Schrifttexte: Jes 50,4-7 - Phil 2,6-11 - Lk 19,28-40
„Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien!“
(Jesus zur Kritik an seinen prophetisch jubelnden Jünger:innen in Lk 19,40)
Dieser Satz trifft mich wie aus einer unergründbaren Tiefe. In diesen Worten schwingt die Dramatik und die Unausweichlichkeit der ganzen Weltgeschichte mit. Wenn Steine reden könnten, hätten sie eine Menge zu erzählen: Da sind die Gebirge und Felsen über den Kies bis zum feinen Sand, die vom Wandel der Erdgeschichte berichten. Da findet man die versteinerten Überreste von Dinosauriern, Korallen und Bäumen. Da gibt es die Mauer- und Mühlsteine bis hin zu den Grabsteinen aus der Kulturgeschichte der Menschen. Aus Stein haben wir die ersten Werkzeuge geformt aber auch die frühesten Waffen. Und wo Worte scheinbar nicht mehr zum Erfolg führen, werden sie auch heute erhoben, um sie aufeinander zu werfen. Ist das ein solches „Schreien der Steine“, vor dem Jesus so eindrücklich warnt? Damit die Steine nicht schreien wird er auch in dieser kommenden Karwoche seinen Weg bis zu Ende gehen - und darüber hinaus.
So wird er zum „Eckstein“ einer erneuerten Weltordnung.
Einen gesegneten Sonntag wünscht
Vikar Thomas Wollbeck
Siehe auch im Gotteslob: 417_Stimme, die Stein zerbricht ...